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Kategorie: Medizin & Forschung
05-03-10
Univ. Prof. Dr. Andreas Gamillscheg / seit 1.06. 2009 Leiter der Klinischen Abteilung für Pädiatrische Kardiologie der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde Graz
Fragen an Prof. Dr. A. Gamillscheg
In welche Altersgruppen kann man die Patienten an ihrer Einrichtung aufteilen?
Wir betreuen von Neugeborenen bis hin zu Erwachsenen mit angeborenem Herzfehler alle Altersgruppen.
Sie betreuen auch junge Erwachsene. Können sie über Ihre Erfahrungen mit dieser Gruppe berichten?
Die Betreuung dieser Gruppe wird immer wichtiger werden, da immer mehr Patienten mit einem angeborenem Herzfehler das Erwachsenenalter erreichen. Man hat errechnet, dass im Jahr 2012 in Deutschland mehr über als unter 18-jährige mit einem angeborenem Herzfehler leben werden. Bei 80% der von uns betreuten jungen Menschen zeigen sich kaum Einschränkungen der Lebensqualität, sie sind in einem körperlich sehr guten Zustand. Bei den restlichen 20% mit den sehr komplexen Herzfehlern kommen Probleme der geringen Leistungsfähigkeit und Rhythmusstörungen oder Insuffizienzen dazu. Die oft nicht ganz einfachen Bedingungen am Arbeitsmarkt bringen auch psychische Belastungen mit sich, z.B. wenn ein Krankenhausaufenthalt notwendig wird. Es gibt auch Herzpatientinnen die schwanger werden, diese müssen während ihrer Schwangerschaft sehr gut kardiologisch betreut werden, aber auch das ist möglich.
Welchen Schwerpunkt möchten sie in Graz positionieren?
Ein großes Anliegen ist mir mit Sicherheit unsere EMAH Ambulanz (Erwachsene mit einem angeborenem Herzfehler). Einer meiner Ärzte hat dafür das EMAH Diplom in Deutschland erworben. Einen Nachmittag in der Woche betreiben wir diese Ambulanz gemeinsam mit einem (Erwachsenen)Kardiologen. Es hat sich gezeigt, dass es sinnvoll ist, wenn die Versorgung weiter in Händen der „Kinderkardiologen“ bleibt. Diese bringen die Erfahrung mit den angeborenen Herzfehlern mit, mit erworbenen Herzfehlern ist ganz anders umzugehen.
Wir operieren aber auch alle Arten von Herzfehlern, auch bei sehr kleinen Neugeborenen. Das leichteste hatte bei seiner OP (an der HLM) gerade 1400 g. Wir machen auch viele Kathederbehandlungen, u.a. haben wir schon 1000 Schirmverschlüsse durchgeführt.
In Graz ist eine Herztransplantation durchgeführt worden. Möchten sie ein paar Worte darüber erzählen?
Ein 13-jähriger Patient wurde nach 8 Monaten am Berlin Heart (Kunstherz) im Oktober transplantiert und es geht ihm den Umständen entsprechend recht gut.
Wie viele Kinderkardiologen werden bei Ihnen ausgebildet? Gibt es Ärzteaustausch mit anderen Zentren?
Im Moment wird ein Kinderkardiologe ausgebildet, es müssen aber alle die in Graz eine Ausbildung zum Kinderfach machen, ein halbes Jahr bei uns arbeiten.
Regelmäßig sind Gastärzte bei uns zu Besuch, wie zum Beispiel aus den USA oder dem Irak.



