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Die Medizinische Versorgung der Herzkinder in Österreich

Kategorie: Medizin & Forschung
05-03-10

 

Prim. Doz. Dr. Gerald Tulzer / Leiter der Abteilung für Kinderkardiologie an der Landes Frauen- und Kinderklinik in Linz


Fragen an Prim. Doz. Dr. Gerald Tulzer

 

Warum wurden sie Kinderkardiologe?

Weil es zum damaligen Zeitpunkt in Linz eine Versorgungslücke gab und ich das ändern wollte.

 

Wie hat sich die Situation von Kindern mit einem angeborenen Herzfehler seit Bestehen des Kinderherzzentrum Linz verändert?

Wir bieten hier die gesamte Versorgung an; angefangen von fetaler Kardiologie. Wir haben hier in OÖ begonnen neue Ideen umzusetzen, so sind wir zu einer Frühkorrektur von komplexen Herzfehlern übergegangen.

 

Welchen Schwerpunkt sehen sie in Linz?

In Linz werden , wenn möglich, komplexe Herzfehler auch bei sehr kleinen Säuglingen oder Neugeborenen operiert. Z.B. Kinder mit Hypoplastischem Linksherz werden aus ganz Ö zu uns überwiesen.

Außerdem sind wir weltweit, nachBoston, das 2.größte Zentrum, welches auch Herz-Eingriffe vor der Geburt durchführt.

 

Für welchen Altersbereich ist das Kinderherzzentrum zuständig, ab wann wird ein Wechsel zu einem normalen Kardiologen notwendig?

Generell ist das Kinderherzzentrum bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres zuständig. Einmal im Monat halten wir eine EMAH (Erwachsene mit angeborenem Herzfehler) Ambulanz ab. Dazu gibt es eine Zusammenarbeit mit der Erwachsenenkardiologie, der Psychologie und Ernährungsberatung.

 

Mit welchen Kinderherzzentren arbeiten sie zusammen, oder gibt es internationale Zusammenarbeiten?

Wir arbeiten mit sehr vielen Zentren zusammen, in Deutschland etwa mit München, Berlin und Gießen. In jüngster Vergangenheit als unser Chirurg krank war hat uns ein Chirurg vom Royal Hospital aus Brompton (England) ausgeholfen. Wir pflegen auch Kontakte zu amerikanischen Einrichtungen (Boston, St. Petersburgh) und arbeiten auch mit allen Stellen in Ö zusammen.

Es kommen immer wieder Kinderärzte aus ganz Österreich zu uns um ein Praktikum zu absolvieren Diese gehen dann wieder in ihr Stammkrankenhaus zurück und so kann ein sehr gutes Versorgungsnetz in ganz Ö gewährleistet werden. Wir sind bestrebt auf möglichst viele Stellen für „normale“ Kontrollen zurückgreifen zu können. Manche Patienten kommen daher gar nicht mehr oder nur in grpßen Abständen nach Linz, so können wir lange Anfahrtswege ersparen.